Frauenministerin Anne Spiegel stellt Konzept gegen häusliche Gewalt vor

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es während der Corona-Krise verstärkt zu häuslicher Gewalt kommen kann. Bestehende Beschränkungen, existenzielle Sorgen und räumliche Enge können zu Aggressionen führen. Kontaktverbote oder gar Ausgangssperren können die Lage von Opfern häuslicher Gewalt zusätzlich verschärfen. Daher legt Frauenministerin Anne Spiegel jetzt ein Konzept vor, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, eine sichere Zuflucht bietet. In einer Einrichtung in Rheinland-Pfalz werden vorerst bis Ende Juni 2020 zusätzliche Plätze für 34 Frauen und ihre Kinder zur Verfügung stehen.

„Wir müssen jetzt handeln, damit wir Frauen in Not möglichst gut helfen können. Opfer von Gewalt dürfen nicht alleine gelassen werden. Daher habe ich mich entschieden, kurzfristig zusätzliche Plätze zu schaffen, auf die wir in dieser besonderen Situation zurückgreifen können“, erläuterte Frauenministerin Anne Spiegel.

Parallel zur Ausweitung der Kapazitäten soll auch die bestehende Struktur gestärkt werden. Das Frauenministerium wird zudem den bestehenden Frauenunterstützungseinrichtungen kurzfristig zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, damit sie sich mit der notwendigen technischen Infrastruktur ausstatten können, um ihrer Beratungsarbeit auch weiterhin nachkommen zu können. Um den Abstandsregelungen gerecht zu werden, ist ein Ausbau der digitalen Kommunikation notwendig. 

„Die Krise macht einmal mehr deutlich, dass wir zu wenig Frauenhausplätze in Rheinland-Pfalz haben. Der von uns bereits eingeschlagene Weg, diese Plätze Schritt für Schritt auszubauen, ist richtig“, sagte Spiegel. „Wir müssen zweigleisig fahren. Wir brauchen kurzfristige Lösungen für die aktuelle Situation und müssen gleichzeitig den nachhaltigen Ausbau von Frauenhausplätzen weiterverfolgen.“


Im Sommer 2020 wird das 18. Frauenhaus in Rheinland-Pfalz in Andernach mit 11 Plätzen eröffnet. Ein Schritt nach vorne wird auch durch das Bundesinvestitionsprogramm zum Ausbau der Frauenhäuser möglich. Rheinland-Pfalz erhält vom Bund rund 1.370.000 Millionen Euro pro Jahr – für vier Jahre. Das Geld soll in den Aus-, Um- und Neubau sowie in die Sanierung der Frauenhäuser und Beratungsstellen fließen.


Das Frauenministerium ruft alle Vermieterinnen und Vermieter dazu auf, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, damit Frauen aus den Frauenhäusern ausziehen können und Platz für akut betroffene Frauen frei werden kann. Dazu können Vermieterinnen und Vermieter direkt mit dem nächstgelegenen Frauenhaus Kontakt aufnehmen. https://mffjiv.rlp.de/de/themen/frauen/gewalt-gegen-frauen-und-maedchen/notrufnummern-und-hilfeangebote/