Integrationsministerium lobt Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz aus

Eine gelungene Integration wird vor Ort von vielen engagierten Einzelpersonen, Organisationen, Einrichtungen und Verbänden getragen. In Rheinland-Pfalz gibt es zahlreiche Projekte, die Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen und so zum Zusammenwachsen der Gesellschaft beitragen. Um dieses Engagement zu würdigen, vergibt das Integrationsministerium in diesem Jahr den Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz.

Bewerben können sich hierfür Projekte aus der aktuellen Legislaturperiode, die sich für die Integration von Menschen in Rheinland-Pfalz einsetzen. Prämiert wird in drei Kategorien – darüber hinaus wird ein Sonderpreis der Integrationsministerin vergeben. Der Integrationspreis Rheinland-Pfalz 2020 ist mit insgesamt 17.000 Euro dotiert. 

„Unsere Gesellschaft ist bunter und vielfältiger geworden und spiegelt die Weltoffenheit unseres Landes wider. Hier finden Menschen aus vielen Ländern ein Zuhause - jede fünfte Rheinland-Pfälzerin und jeder fünfte Rheinland-Pfälzer hat einen Migrationshintergrund. Damit die Menschen heimisch werden, brauchen sie besonders am Anfang Unterstützung“, betont Integrationsministerin Anne Spiegel. „Tausende haupt- und ehrenamtlich Aktive setzen sich mit all ihrer Kraft dafür ein, dass Integration in unserem Land funktioniert – sie leben Mitmenschlichkeit, Toleranz und Freude an einer sich wandelnden Gemeinschaft. Ihren Einsatz wollen wir auszeichnen und sie ermutigen, in ihrem Engagement nicht nachzulassen.“

Bis zum 30. August 2020 können Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Organisationen genauso wie Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Uni, freie Projektträger, NGOs, sowie Kommunen und Unternehmen aus Rheinland-Pfalz mit Projekten für Rheinland-Pfalz ihre Bewerbung einsenden. Projekte können aber auch von Dritten vorgeschlagen werden.

Die Jury wird sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus der Landespolitik, Wissenschaft, Kultur, Medien, Religion, Verbänden und Wirtschaft zusammensetzen. Sie prämiert Projekte in den drei Kategorien „Starke Frauen im neuen Leben“, „Wurzeln schlagen – in zwei Kulturen“ und „Erfahrungen teilen - Chancen nutzen“ mit jeweils 5.000 Euro. Darüber hinaus wird ein weiteres Projekt mit einem mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis ausgezeichnet werden. Die Preisverleihung wird Integrationsministerin Anne Spiegel am 30. November in Mainz vornehmen.

„Der Integrationspreis ist unser Dankeschön an die vielen Menschen, die sich dafür einsetzen, dass Integration in unserem Land gelingt“, erklärt Ministerin Spiegel. Künftig soll der Integrationspreis Rheinland-Pfalz im fünf-Jahres-Rhythmus gegen Ende einer jeden Legislaturperiode vergeben werden. 

Mehr Informationen zum Integrationspreis gibt es unter www.integrationspreis.rlp.de


Die Kategorien im Einzelnen:

Starke Frauen im neuen Leben 
Zugewanderte Frauen sind entscheidende Protagonistinnen im Integrationsprozess. Sie unterstützen ihre Kinder, ihre Partner und streben oft selbst Bildung und eine Berufstätigkeit an. Mit anderen Worten: Sie machen sich mutig auf den Weg in eine neue Gesellschaft. Sie nehmen in ihren familiären Strukturen meist eine zentrale Rolle ein, sind praktisch der Dreh- und Angelpunkt in ihrem nächsten Umfeld. An ihnen geht kein Weg vorbei, wenn es darum geht, dass zugewanderte Familien in unserem Land Fuß fassen. 

Gesucht werden Projekte, die die besondere Situation von Frauen berücksichtigen und sie dabei unterstützen, in der hiesigen Gesellschaft Fuß zu fassen. Hierbei kann es um die Teilhabe am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gehen, aber auch um andere Bereiche.

Wurzeln schlagen – in zwei Kulturen
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund leben oft im Spagat zwischen zwei Welten: Auf der einen Seite ist Deutschland das Land, in dem sie leben und ihre Zukunft sehen, und auf der anderen das Herkunftsland ihrer Familie mit seinen Gepflogenheiten. Die Verbundenheit mit zwei Kulturen kann für einen Menschen eine Belastung bedeuten, sie kann und sollte aber vielmehr eine immense Bereicherung sein. 

Gesucht werden Projekte, die junge Menschen beim Prozess der Integration und Teilhabe unterstützen und begleiten. Im besten Fall bauen sie gleichzeitig eine Brücke zwischen den Kulturen, damit ihr multikultureller Hintergrund die Jugendlichen stärkt und nicht schwächt. 

Erfahrungen teilen - Chancen nutzen
Wer den Integrationsprozess aus eigener Erfahrung kennt, wird zur Expertin beziehungsweise zum Experten auf diesem Feld. Diese Menschen wissen, was es bedeutet, in einem fremden Land noch einmal von vorne anzufangen. Menschen mit diesem Erfahrungshintergrund haben oft einen ganz eigenen Ansatz, wenn sie andere Zugewanderte unterstützen. Hiervon profitieren beide Seiten: Zum einen entstehen so noch passgenauere Maßnahmen und Projekte für Zugewanderte, zum anderen erfahren die in der Projektarbeit Aktiven, dass sie selbst etwas bewegen können. 

Gesucht werden Projekte, die von Menschen mit Migrationshintergrund getragen werden, in denen sie eine aktive Rolle einnehmen und Neuzugewanderten im Integrationsprozess zur Seite stehen.