Landesregierung startet Anlaufstelle für Opfer von sexualisierter Diskriminierung oder sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Die von Frauenministerin Anne Spiegel initiierte Anlaufstelle für von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesregierung nimmt ihre Arbeit auf. Sie bietet ab sofort als externe, unabhängige Anlauf‐ und Clearingstelle Betroffenen die Möglichkeit, sich qualifiziert in einem vertraulichen Rahmen beraten zu lassen. Die Anlaufstelle ist bei der pro familia Beratungsstelle in Mainz angesiedelt.

„Für die Landesregierung als Arbeitgeberin gilt: Null Toleranz gegenüber sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen“, unterstreicht Frauenministerin Anne Spiegel. „Gleichzeitig ist es für Betroffene sehr schwer, sich gegen sexuelle Übergriffe zur Wehr zu setzen. Die psychische Belastung, der die Betroffenen ausgesetzt sind, ist enorm. Ich freue mich sehr, dass wir mit pro familia Mainz einen erfahrenen Träger finden konnten, um ein unabhängiges externes Angebot auf den Weg zu bringen.“ 

Studien zeigen: Jede elfte erwerbstätige Person hat in den vergangenen drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Frauen sind mehr als doppelt so häufig wie Männer betroffen. 43 Prozent der belästigenden Personen sind Kolleginnen und Kollegen und 19 Prozent Vorgesetzte oder betrieblich höhergestellte Personen. Die große Mehrzahl der Betroffenen holt sich keine Hilfe.

Hier setzt die neue Anlaufstelle an. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zu Prävention, zum Schutz und zur Unterstützung von Betroffenen. Qualifizierte Fachberaterinnen und ‐berater geben eine erste Orientierung und unterstützen bei der Frage nach möglichen nächsten Schritten. Bei Bedarf erfolgt eine Weiterleitung an entsprechende Stellen, die spezialisierte Hilfe wie längerfristige psychosoziale Begleitung leisten können. Betroffene ohne Rechtsschutzversicherung können für eine fachanwaltliche Beratung einen Zuschuss von bis zu 150 Euro in Anspruch nehmen.

Die Einrichtung der Anlaufstelle ist Teil der Kampagne „Laut♀Stark – Meine Stimme gegen Sexismus“, die Frauenministerin Anne Spiegel voriges Jahr gestartet hat. Mit dieser will sie dazu beitragen, einen gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten, der Sexismus langfristig die Grundlage entzieht. 

„Ich habe die Kampagne ausgerufen, damit die Veränderungen und Erkenntnisse, die mit MeToo in Gang gesetzt wurden, nicht einfach wieder in Vergessenheit geraten“, erklärt Spiegel. „Unser Ziel ist es, die Debatte weiter voranzutreiben. Mit der neuen Anlaufstelle gehen wir als Landesregierung nun mit gutem Bespiel voran.“