Medienprojekt gegen Rechtsextremismus: Übers Filmen ins Gespräch kommen

Über das Medium Film möchten der Landesfilmdienst und das Landesjugendamt mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, die mit der rechtsextremen Szene sympathisieren. Im Rahmen eines dreijährigen Medienprojektes haben die jungen Leute Gelegenheit Filme, Handyclips oder Fotostories zu produzieren, in denen sie zeigen, womit sie in ihrem Leben und in der Gesellschaft unzufrieden sind und was sie ändern möchten.

 „Das Projekt  geht einen neuen Weg, der interessante Ergebnisse verspricht, gerade, weil er junge Menschen ernst nimmt. Nur so haben wir die Chance, sie für unsere demokratische Gesellschaft zu gewinnen“,  so Kinder- und Jugendministerin Irene Alt, zum heutigen Auftakt der Medialen AktionsProjekte gegen Rechtsextremismus, kurz maps. „Mitbestimmung, Medienkompetenz und die Auseinandersetzung mit politischen extremen Einstellungen sind eine Mischung, die auch für  Jugendliche attraktiv ist.“

maps will Standpunkte sichtbar machen, festhalten und zur Diskussion stellen.  Die Zielgruppe der rechts-affinen Jugendlichen will das Projekt in Schulen und Jugendfreizeitstätten gezielt ansprechen. Zur Filmproduktion schicken das Landesjugendamt und der Landesfilmdienst dann gemeinsame Teams von Medienfachleuten und Sozialpädagogen für einige Tage zu den jungen Kreativen. Einmal im Jahr werden die Filme dann vor einem größeren Publikum gezeigt und diskutiert.

„Wir wissen, dass rechtsextremistische Ideologien gerade dort  Zulauf haben, wo Menschen sich auf der gesellschaftlichen Verliererstraße sehen und wo es ihnen an Anerkennung mangelt. Gesellschaftliche Integration ist daher für uns ein zentrales politisches Querschnittsthema“, sagte Staatsministerin Irene Alt und stellte klar: „Wir treten antidemokratischen Tendenzen entschieden entgegen und setzen uns gezielt dafür ein, dass sich extremistische Strukturen nicht weiter entwickeln können.  Es geht um den Kampf gegen Verfassungsfeinde und um eine Stärkung der demokratischen politischen Kultur.“

Der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Werner Keggenhoff und der Vorsitzende des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz e.V., Landrat Dr. Winfried Hirschberger, verwiesen darauf, dass ihre zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperation für Rheinland-Pfalz ein Meilenstein in der Bekämpfung des Rechtsextremismus ist: „Junge Menschen wollen sich über elektronische Medien ausdrücken. Das nutzen wir mit diesem Projekt. Ein mediales Projekt, das  Medienfachleute und Sozialpädagogen gemeinsam  gestalten, schafft hervorragende Möglichkeiten, Sichtweisen und Haltungen von jungen Menschen erkennbar zu machen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse, die wir mit den jungen Menschen erarbeiten, diskutieren und reflektieren werden.“

maps wird vom Kinder- und Jugendministerium, vom Landesfilmdienst und vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ finanziert. Das Bundesprogramm übernimmt die Hälfte der insgesamt 600.000 Euro, das Ministerium und der Landesfilmdienst jeweils 150.000 Euro.