Nach den Hausaufgaben wartet das Ehrenamt – Modellprojekt stärkt Engagement von Kinder und Jugendlichen

Ob sie in der Kita Bilder für ein Altersheim malen, in der Schule Gleichaltrigen bei den Hausaufgaben helfen oder in ihrer Freizeit für andere Jugendliche ein Tanzprojekt organisieren und leiten - viele Kinder und Jugendliche sind hoch motiviert, um sich ehrenamtlich zu engagieren und für das Gemeinwohl einzusetzen.

 Diese Bereitschaft systematisch zu fördern, sowie die jungen Menschen darin zu bestärken soziale Verantwortung zu übernehmen, ist das Ziel des bundesweiten Projekts „jungbewegt - Dein Einsatz zählt!“. Nach einjähriger Vorbereitung geht das Projekt heute in seine aktive Phase.

„Partizipation und gesellschaftliches Engagement stärken die Gesellschaft und die Demokratiefähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Es ist daher wichtig, jungen Menschen bereits von klein auf Möglichkeiten für gemeinnütziges Handeln und zur Mitbestimmung zu geben. Wer als junger Ehrenamtlicher ernst genommen wird, der setzt sich auch später noch für die Gemeinschaft ein“, erklärte Kinder- und Jugendministerin Irene Alt zum Auftakt der Praxisphase des gemeinsamen Projekts des Landes, der Stadt Mainz und der Bertelsmann Stiftung.

An dem Modellprojekt „jungbewegt - Dein Einsatz zählt!“ nehmen bis Dezember 2012  fünf Mainzer Schulen (IGS Bretzenheim, IGS Anna Seghers, Anne-Frank-Realschule +, Gymnasium Theresianum, Windmühlenschule), drei Mainzer Kindertagesstätten (Kita in der Maler-Becker-Schule, Kita Bretzenheim Holunderweg, Städt. Kita auf dem Universitätsgelände) und das Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Mainz-Hechtsheim/Ebersheim teil. Die Bertelsmann Stiftung unterstützt die Umsetzung von  „jungbewegt“ durch Fortbildungsmaßnahmen, die Erarbeitung von pädagogischen Konzepten und Praxishilfen und trägt die Kosten der Evaluation. Hierfür stellt die Stiftung bis zu 120.000 Euro jährlich pro beteiligte Stadt zur Verfügung. Das Kinder- und Jugendministerium steuert jährlich 50.000 Euro bei.

„Es ist mir sehr wichtig, dass mit dem Projekt Wege gefunden werden, auch Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien an ehrenamtliches Engagement heranzuführen und Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografien gezielt einzubeziehen“, sagte Irene Alt. Sie wies darauf hin, dass das Modellprojekt die vom Land aufgelegten Programme für frühkindliche Förderung, Partizipation und Integration sowie die Stärkung des Ehrenamtes unterstütze.

Sigrid Meinhold-Henschel von der Bertelsmann-Stiftung ergänzte, dass mit „jungbewegt“ Kindertagesstätten, Schulen und Jugendarbeit zu Orten der Engagementförderung weiter entwickelt werden sollen. Auch sollte die Anerkennung und langfristige Förderung gesellschaftlichen  Engagements in Kommunen ausgebaut werden. Diese Forderung stieß beim Sozial- und Jugenddezernent der Stadt Mainz, Kurt Merkator auf offene Ohren: Er betonte, dass die Teilnahme der Stadt Mainz am Modellprojekt eine Chance sei, für Kinder und Jugendliche systematisch Felder für gesellschaftliches Engagement zu öffnen und weitere Mitbestimmungsmöglichkeiten für die jungen Menschen zu entwickeln. Kurt Merkator: „Unsere Gesellschaft lebt vom Mitmachen und Sich-Einbringen aller. Mit ist wichtig, gerade junge Menschen frühzeitig dafür zu begeistern.“ 

Das Projekt soll nach erfolgreicher Entwicklung weiteren Kommunen als Vorbild dienen, um ähnliche Initiativen durchzuführen. Neben Rheinland-Pfalz nehmen die Länder Berlin und Sachsen-Anhalt am Projekt „jungbewegt – Dein Einsatz zählt!“ teil.