„So wie du bist, bist Du genau richtig“ – Coming-Out-Day ermutigt, sexuelle und geschlechtliche Identität selbstverständlich und sichtbar zu leben

Wir leben in einem offenen und freien Land, in der jede und jeder das Leben auf seine und ihre Weise gestalten kann, wo gegenseitige Akzeptanz herrscht und Vielfalt möglich ist. Aber die Realität sieht vielfach ganz anders aus. „Viele Menschen verstecken auch heute noch ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität aus Angst vor Ablehnung und Anfeindungen“, sagt Christiane Rohleder, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Familienministerium und Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität, anlässlich des Internationalen Coming-Out-Days am 11. Oktober.

Nach einer Studie der Universität Leipzig aus 2016 stimmen 40 Prozent der Befragten der Aussage zu, es sei „ekelhaft“, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen, und ein Viertel findet Homosexualität unmoralisch. Eine Studie der Bundesantidiskriminierungsstelle aus 2017 belegt eine höhere Ablehnung, je unmittelbarer die Befragten in ihrem Alltag mit Homosexualität konfrontiert sind: eine lesbische Arbeitskollegin oder ein schwuler Arbeitskollege stößt bei 12 Prozent auf Vorbehalte. Der Gedanke, dass die eigene Tochter lesbisch oder der eigene Sohn schwul ist, finden 40 Prozent der Befragten unangenehm. 

„Sich zu outen heißt, zu sich selbst zu stehen, sich so zu akzeptieren wie man ist. Das Outing wird meist als Befreiung erlebt, weil Menschen nichts mehr verheimlichen müssen. Sie können stattdessen ihre Individualität leben und Wünsche mit anderen teilen. Dies trifft insbesondere auch auf transidente Menschen zu, die sich im falschen Körper wissen, und auf intergeschlechtliche Menschen, die nach der Geburt einem Geschlecht zugeordnet wurden“, erläutert die Landesbeauftragte.

Mit dem Landesaktionsplan „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“, setzt sich die Landesregierung bereits im sechsten Jahr gegen Diskriminierung, für gleiche Rechte, Akzeptanz und Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, transidenten und intergeschlechtlichen Menschen ein. „Die „Ehe für alle“ ist ein Meilenstein der rechtlichen Gleichstellung.  Das Gesetz hierzu hatten wir aus Rheinland-Pfalz über den Bundesrat eingebracht“, so die Landesbeauftragte. Als weitere Beispiele führt die Landesbeauftragte den Kita-Koffer „Familien- und Lebensvielfalt“ mit pädagogischem Material zur Akzeptanz individueller und familiärer Vielfalt an, die Ausstellung „Verschweigen Verurteilen“ über die Aufarbeitung der Verfolgung homosexueller Menschen in Rheinland-Pfalz von 1946 bis 1973, Flyer zur Akzeptanz von intergeschlechtlichen Kindern und ihren Familien und eine Studie zur juristischen Diskriminierung lesbischer Frauen durch Entzug des Sorgerechts, deren Ergebnisse Mitte nächsten Jahres erwartet werden.

„Wir werden in unserem Engagement nicht nachlassen, damit Menschen ihre sexuelle und geschlechtliche Identität selbstverständlich und sichtbar leben können“, betont Christiane Rohleder. „Jeder Mensch soll wissen: So wie Du bist, bist Du genau richtig.“