Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern immer noch fast ein Fünftel

Die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamts zum Gender Pay Gap zeigen, dass sich der prozentuale Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz 2018 leicht verringert hat. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männer liegt in Rheinland-Pfalz bei 19 Prozent. Frauen erzielten einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn in Höhe von 16,67 Euro, das Arbeitsentgelt von Männern belief sich dagegen auf 20,58 Euro. Damit verdienen Frauen in Rheinland-Pfalz immer noch fast ein Fünftel weniger als Männer.

„Wir müssen auch in diesem Jahr feststellen, dass sich an den Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern nur wenig geändert hat. Von diskriminierungsfreier Bezahlung für Frauen sind wir noch weit entfernt“, mahnt Frauenstaatssekretärin Dr. Christiane Rohleder. 

Die Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen Faktoren auf, die den Verdienstunterschied beeinflussen. „Die Ursachen für die Lohnunterschiede sind sehr komplex“, stellt Frauenstaatssekretärin Rohleder fest. „Ich freue mich daher sehr, dass das Statistische Landesamt meine Anregung aufgegriffen hat, in einer Sonderauswertung auch die Faktoren in den Blick zu nehmen, die zu den Unterschieden führen.“ Zum Beispiel sind Frauen seltener in Führungspositionen, gleiche Qualifikation wird bei Frauen schlechter honoriert und sie arbeiten generell häufiger in Berufen, welche schlechter bezahlt werden. 

Nach wie vor leisten Frauen wesentlich mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer und arbeiten wesentlich häufiger Teilzeit. „Hier gibt es eine Art Teufelskreis. Der niedrigere Verdienst der Frau trägt häufig dazu bei, dass die Frau auf Teilzeit geht und nicht der Mann, wenn Paare Kinder haben“, so Rohleder. „Deshalb müssen wir all diese Faktoren angehen, wenn wir die Gerechtigkeitslücke in der Bezahlung von Männer und Frauen endlich schließen wollen“, erklärt Christiane Rohleder. 

Die leichte Abnahme des Verdienstunterschieds in Rheinland-Pfalz ist auf die Entwicklung der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste der beiden Geschlechter zu-rückzuführen. Unter den Frauen sind diese seit 2010 stärker gestiegen als unter den Männern (Frauen: plus 14,5 Prozent, Männer: plus 10,5 Prozent).