„Zusammen sind wir klasse“: Grundschülerinnen und Grundschüler befragen Migrantinnen und Migranten nach ihren Lebenswegen

Migrantinnen und Migranten haben oft außergewöhnliche Lebensgeschichten und sind spannende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Ihre Lebenswege zu dokumentieren, diesem Ansinnen hat sich das rheinland-pfälzische Onlinemuseum verschrieben – ein bundesweit einmaliges Projekt. In der Mainzer Goethe-Grundschule war das digitale Museum vor Ort. Das Integrationsministerium hat aus diesem Anlass zur Gesprächsrunde „Eigentlich sind wir alle gleich und: Zusammen sind wir klasse!“ eingeladen.

„Einige von uns sind in ihrem Leben schon mal umgezogen und mussten sich auf etwas Neues einstellen. Doch wie ist es, in einem fremden Land anzukommen, in dem man nicht die Sprache spricht und noch keine Freunde gefunden hat? Wie fühlt sich das an? Leider werden Menschen noch immer oft aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe unterschiedlich behandelt. Daher ist es wichtig, Verständnis zu wecken, für die schwierige Situation, wenn sich Menschen in einem neuen Umfeld zurechtfinden müssen“, verdeutlichte Integrationsstaatsekretärin Dr. Christiane Rohleder. „Aber ohne die Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, wäre Rheinland-Pfalz nicht das erfolgreiche und vielfältige Land, das es heute ist. Es ist wichtig, diesen Beitrag von Migrantinnen und Migranten für unsere Gesellschaft stärker sichtbar zu machen.“ 

Dass sich schon Grundschülerinnen und Grundschüler mit diesen Fragen auseinandersetzen wollen und müssen, zeigt das Engagement der Lehrer- und Schülerschaft der Goethe-Grundschule in Mainz. Bereits zum zweiten Mal richteten sie eine Gesprächsrunde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lebenswege, das Online-Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz vor Ort“ mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus, deren Geschichte im virtuellen Museum dokumentiert ist.  

Sechs Schülermoderatorinnen und -moderatoren der 4. Klasse befragten unter dem Motto „Eigentlich sind wir alle gleich und: Zusammen sind wir klasse!“ Monika Fettermann, die aus Breslau stammt und 1945 aus ihrer Heimat vertrieben wurde und den aus Äthiopien kommenden Schüler Fahmi Abdi Husen. Die Kinder stellten dabei so wichtige Fragen wie „Wie haben Sie nach Ihrer Ankunft in Rheinland-Pfalz Freunde gefunden? Und wie sind die Rechte der Kinder in Ihrem Land?“

„Menschen haben unterschiedliche Lebenswege, sie kommen aus Deutschland oder dem Ausland, haben viele Erfahrungen gemacht und Herausforderungen gemeistert. So unterschiedlich wir Menschen auch sind, wir alle sind vor dem Gesetz gleich“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und hob das Engagement der Schülerinnen und Schüler hervor: „Ihr lebt Demokratie und wir unterstützen euch dabei gerne, denn Lebenswege stärkt Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstbewusstsein und hilft ihnen, eine eigene Identität zu bilden.“

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling unterstützt das Projekt gern: „Wie geht Integration? Manche Antwort auf diese Frage können wir uns bei den Jüngsten abschauen: Sie  gehen unvoreingenommen aufeinander zu und wie uns die Veranstaltung zeigt, herrscht großes gegenseitiges Interesse, wenn es um Menschen unterschiedlicher Herkunft geht. Das Wesen, die Person, der Charakter des Gegenübers zählt – ohne Unterschiede künstlich zu problematisieren.“ 

Rund 80% der Schülerinnen und Schüler der Goethe-Grundschule in Mainz haben einen Migrationshintergrund. So haben die Kinder ihre familiären Wurzeln beispielsweise in Ghana, Türkei, Kroatien, Syrien oder auch Marokko. 

 „Viele Schülerinnen und Schüler sind auf der Suche nach ihren Wurzeln, fragen, was Heimat für sie bedeutet und haben ein feines Gespür dafür, ob sie gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Es ist daher wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler in diesem sensiblen Prozess gute Unterstützung bekommen. Für das herausragende Engagement danke ich der Schule ausdrücklich“, so Staatssekretärin Rohleder.

Hintergrund:

Die Gesprächsrunden finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Lebenswege, das Online-Migrationsmuseum  Rheinland-Pfalz vor Ort“ statt, die seit 2012 Themen und Menschen des virtuellen Museums in die analoge Welt bringt. Auftraggeber ist das rheinland-pfälzische Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz. Die Umsetzung erfolgt durch die Mainzer History Marketing Agentur hpunkt kommunikation.