Schülerinnen und Schüler diskutieren mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über ihre Suche nach Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit

„Deutschland wird durch Zuwanderung immer vielfältiger, bunter und auch kulturell reicher. Diese Entwicklung stellt uns jedoch vor Herausforderungen – insbesondere auch vor die Frage nach der eigenen Identität“, so Integrationsministerin Anne Spiegel. Dass man sich diesen Herausforderungen stellen und sie zukunftsorientiert bewältigen kann, zeigt das Engagement der Lehrer- und Schülerschaft der Berufsbildenden Schule Technik 1 in Ludwigshafen.

Bereits zum zweiten Mal richteten sie einen Schulworkshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lebenswege, das Online-Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz vor Ort“ mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, deren Geschichte im virtuellen Museum dokumentiert ist, aus.

Zwei Schülermoderatoren der 12. Klasse befragten unter dem Motto „In der Vielfalt der Kulturen: Bist du wer du bist?“ die italienischstämmige Sozialarbeiterin Silva Burrini, die aus Ägypten stammende Psychiaterin Nihal Elnahrawy, den als „Boatpeople“ 1986 aus Vietnam nach Rheinland-Pfalz geflohene Tri Tin Vuong sowie Omar Ali, einen ehemaligen Schüler der Berufsbildenden Schule Technik 1. Im Anschluss an die Gesprächsrunde diskutierten die Jugendlichen in Vertiefungsgruppen über ihre Suche nach Identität und gesellschaftlicher Zugehörigkeit aber auch über die Potenziale bikultureller Wurzeln. 

„Ich halte Identität für eines der zentralen Themen in unserer Einwanderungsgesellschaft überhaupt“, eröffnete Integrationsministerin Spiegel die Veranstaltung. „Gerade als Heranwachsende stellt man sich oft die Frage nach dem Woher. Deshalb freue ich mich, dass wir mit Lebenswege an einer Schule zu Gast sind, für die Identität und Migration wesentliche Alltagsthemen sind“, so Spiegel weiter.

Rund 75% der Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Technik 1 stammen aus 40 unterschiedlichen Herkunftsländern. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund müssen sich neben alterstypischen Entwicklungsaufgaben auch mit Vorstellungen ihrer Zugehörigkeit und Werte auseinandersetzen. Sei es aufgrund ihres sichtbaren Äußeren, das einen anderen Kulturkreis widerspiegelt, ihrer Sprachkompetenz, Religionszugehörigkeit oder einem unserer Gesellschaft spezifischen Sozial- und Familienverständnisses. „Die Schülerinnen und Schüler sind auf der Suche nach ihrer Identität, ihrem Verständnis von Heimat und gesellschaftlicher Akzeptanz. Es ist wichtig - und ich danke der Schule ausdrücklich für ihr herausragendes Engagement -, dass die Schülerinnen und Schüler in diesem sensiblen Prozess gute Unterstützung erfahren“, so die Ministerin.

Hintergrund:

Die Schulworkshops finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Lebenswege, das Online-Migrationsmuseum  Rheinland-Pfalz vor Ort“ statt, die seit 2012 Themen und Menschen des virtuellen Museums in die analoge Welt bringt. Auftraggeber ist das rheinland-pfälzische Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, für die Umsetzung ist die Mainzer History Marketing Agentur hpunkt kommunikation verantwortlich.