WhatsApp unterläuft notwendigen Jugendschutz

WhatsApp unterläuft das Ziel der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, den Schutz der Jüngsten im Netz zu verbessern. Der Dienst hebt zwar das Mindestalter für Userinnen und User auf 16 Jahre an, überprüft es aber nicht – genauso wenig wie die Zustimmung der Eltern, die laut neuer Gesetzgebung einzuholen ist.

Der Messenger WhatsApp gehört inzwischen zum Facebook-Konzern, dessen CEO Mark Zuckerberg jüngst angekündigt hat, künftig die Datenschutzregelungen der EU berücksichtigen zu wollen.

„Betreiber von Internetangeboten, die von Millionen Kindern und Jugendlichen genutzt werden, müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen. Dazu genügt es nicht, die Altersgrenze pro forma hochzusetzen und zu fragen: „Bist du 16 Jahre?“. Von einem Weltunternehmen wie Facebook erwarte ich, dass es effektive Maßnahmen ergreift, damit Kinder und Jugendliche das Angebot sicher nutzen können. Hierzu gehört zum Beispiel ein Konzept zum Schutz vor Übergriffen“, betont die rheinland-pfälzische Jugendstaatssekretärin Dr. Christiane Rohleder. Die vorige Jugendministerkonferenz habe die Betreiber deshalb aufgefordert, sichere Varianten ihrer Angebote für Kinder anzubieten. Derzeit werde die Verantwortung auf die Eltern abgeschoben, wenn ihre Kinder WhatsApp nutzen.

Wie das Monitoring von jugendschutz.net zeigt, ist WhatsApp kein unbedenkliches Angebot. Kinder können dort durch andere schnell mit belastenden Bildern und Videos konfrontiert werden; Einstellungen zum Schutz ihrer Privatsphäre sind unsicher vorkonfiguriert. Durch die Verwendung der personenbezogenen Handynummer als Messenger-ID sind sie im realen Leben identifizierbar – sexuellen Übergriffen und Cybermobbing sind dadurch Tür und Tor geöffnet. Ein Sicherheitskonzept zum Schutz vor Übergriffen fehlt. 

Welche Gefahren bei WhatsApp bestehen und wie Jugendliche sich am besten davor schützen können, erklärt das Angebot kompass-social.media.