Symptome

 

plötzlich auftretende Lähmungen, vornehmlich einer Körperhälfte

 

ein herabhängender Mundwinkel oder ein halbseitiges Taubheitsgefühl im Gesicht oder am Körper

 

Auch akut auftretende Sprechschwierigkeiten wie verwaschene Sprache oder"Wortsalat" und Sprachverständnisstörungen sind ein häufiges Warnsymptom

 

Weitere Zeichen können eine plötzliche Erblindung auf einem Auge, Verschommensehen oder Doppelbilder, plötzliche Gangunsicherheit und schwindel oder stärkste Kopfschmerzen sein

 

nach einigen Untersuchungen zeigen Frauen - ähnlich der Situation beim Herzinfarkt - häufiger untypische Symptome wie Verwirrtheit, Schmerzen oder Bewusstseinsstörungen als Zeichen des Schlaganfalls

 

Dies kann teilweise erklären, dass Frauen aufgrund falsch interpretierter Befunde zumeist später in der Klinik eintreffen als Männer. Dazu kommt, dass gerade viele ältere Frauen alleine leben und keine Angehörigen haben, die den Rettungsdienst verständigen könnten. Oft gehen dem eigentlichen Schlaganfall ähnliche, aber nur kurz dauernde Symptome um Tage oder Wochen voraus. Diese Warnsymptome sind ebenso ernst zu nehmen wie der tatsächliche Schlaganfall: Zum einen ist zum Zeitpunkt des Auftretens noch nicht abzusehen, ob sich die Symptome wieder zurückbilden, zum anderen kann die kurzfristige Störung als letzte Warnung verstanden werden, notwendige Untersuchungen durchzuführen.

Mechanismen

Dem Schlaganfall liegt in etwa 80 Prozent der Fälle eine akute Durchblutungsstörung zu Grunde, bei der ein hirnversorgendes Blutgefäß akut durch ein Gerinnsel verstopft wird und so kein Sauerstoff mehr zu den Hirnzellen gelangen kann. In 20 Prozent der Fälle ist die Ursache eine Blutung in das Gehirn, meist verursacht durch einen Riss eines Blutgefäßes. Diese beiden Schlaganfalltypen sind letztlich erst in der Klinik durch Röntgenverfahren (Computertomographie) sicher voneinander zu unterscheiden.

Akutbehandlung

Der akute Schlaganfall ist ein Notfall und erfordert die umgehende Alarmierung des Rettungsdienstes und den sofortigen Transport in ein Krankenhaus. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie kann das Risiko für bleibende Behinderungen deutlich gemindert werden. So ist es mittlerweile möglich, ein Blutgerinnsel, das zum Verschluss einer hirnversorgenden Schlagader geführt hat, mit blutverdünnenden Mitteln wieder aufzulösen ("Thrombolyse"). Dies gelingt aber in der Regel nur innerhalb der ersten drei Stunden nach Beginn der Ausfallerscheinungen. Aber auch über dieses Zeitfenster hinaus profitiert eine Schlaganfallpatientin oder ein Schlaganfallpatient in der Frühphase von der Überwachung und Einstellung verschiedener Vitalparameter wie Blutdruck, Blutsauerstoff oder Blutzucker im Rahmen der Intensivüberwachung auf einer spezialisierten Schlaganfallstation ("Stroke Unit"). Hier wird auch die rasche weitere Diagnostik wie Computer- und Kernspintomographie des Gehirns oder Ultraschalldiagnostik der Halsschlagadern und des Herzens garantiert.

Nachsorge

Im Anschluss an die Akuttherapie sind intensive meist wochenlange Rehabilitationsmaßnahmen wie Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie notwendig, um gerade in der Frühphase nach dem Schlaganfall die Erholung ausgefallener Funktionen zu fördern. Wiedereingliederung ins Berufsleben, monate- oder sogar lebenslange krankengymnastische Behandlungen oder Sprachtherapien, im schlimmsten Fall eine bleibende Pflegebedürftigkeit, sowie eine Umstellung der finanziellen Situation verlangen der Patientin oder dem Patienten und den Angehörigen höchste Belastungen ab. Selbsthilfegruppen können hier sehr hilfreich sein. Da Frauen im Durchschnitt älter sind als Männer, wenn sie einen Schlaganfall erleiden, kann sich ihr Gehirn schlechter davon wieder erholen. Dazu kommt, dass Frauen meist schwerere Schlaganfälle haben. Nur jede zweite Frau, die nach einem akuten Schlaganfall aus dem Krankenhaus entlassen wird, kann drei Monate später wieder vollständig unabhängig ihre Alltagsaktivitäten aufnehmen, bei Männern sind es dagegen fast 70 Proze

Vorsorge

Der beste Schlaganfall ist allerdings derjenige, den man bereits im Vorfeld abwenden kann. Der wichtigste Risikofaktor eines Schlaganfalls ist ein erhöhter Blutdruck. Aber auch Rauchen, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Herzrhythmusstörungen, Übergewicht und Herzerkrankungen gehören zu den relevanten Risiken, bei Frauen zudem die Einnahme von Hormonen und das Vorliegen einer Migräne. Das Risiko ist besonders hoch, wenn mehrere Faktoren gemeinsam auftreten. Hier ist es dringend notwendig, gemeinsam mit der behandelnden Hausärztin oder dem Hausarzt die entsprechenden Risiken genau zu überwachen und möglichst streng einzustellen. Dies gilt ganz besonders für Menschen, bei denen es bereits einmal zu einem Schlaganfallereignis gekommen ist.

Ansprechpartnerin

Brigitte, van Essen
Tel.: 06131 - 164160