Mögliche Hilfen

Es sind verschiedene Hilfeformen möglich. Diese reichen von einer individuellen Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle über soziale Gruppenarbeit für ältere Kinder und Jugendliche bis hin zur Betreuung in einer Tagesgruppe, in der Kinder mit besonderem erzieherischen Bedarf tagsüber betreut und gefördert werden.

Sozialpädagogische Familienhelferinnen und -helfer, Erziehungsbeistände und Betreuungshelferinnen und -helfer unterstützen, betreuen und begleiten Familien bei Erziehungsfragen oder familiären Konflikten. Wenn sich Erziehungsprobleme und Konflikte als zu groß erweisen und das Kind oder der Jugendliche - vorüber-gehend oder auch auf Dauer - nicht mehr in der eigenen Familie leben kann, gibt es auch die Möglichkeit einer individuellen Förderung außerhalb des Elternhauses.

In einer Pflegefamilie kann einem Kind beispielsweise für eine bestimmte Zeit die Geborgenheit und Zuwendung vermittelt werden, die es für seine gesunde Entwicklung benötigt. Der Pflegekinderdienst des Jugendamtes prüft und vermittelt die geeignete Familie für das Kind. Er berät und unterstützt sowohl die Pflegeeltern als auch die leiblichen Eltern während dieser Zeit.

Auch die Erziehung in einem Heim kann eine geeignete Hilfe sein, wenn Kinder bei ihrer Entwicklung eine besondere pädagogische Unterstützung brauchen. In Heimen leben Kinder und Jugendliche mit den Erziehungskräften in kleinen überschaubaren Gruppen. Sie werden pädagogisch betreut und therapeutisch unterstützt. Außerdem erhalten sie schulische Hilfen oder werden bei ihrer Ausbildung gefördert. Manche Heime haben eigene Schulen und Ausbildungswerkstätten für verschiedene Berufe.

Hilfen zur Erziehung für Kinder und Jugendliche mit seelischen Behinderungen

Es gibt Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer seelischen Behinderung eine besondere Förderung brauchen. Die Jugendhilfe unterstützt, wenn die persönliche und soziale Entwicklung gefährdet und eine schulische und berufliche Integration erschwert oder verhindert ist. Wichtig ist es, dass die Eltern frühzeitig zum Jugendamt der Stadt oder des Kreises Kontakt aufnehmen.

Hilfen für Kinder psychisch- und / oder suchterkrankter Eltern

Über drei Millionen Kinder sind deutschlandweit von der psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung eines Elternteils betroffen. Psychische Erkrankungen sind oft davon gekennzeichnet, dass sie abrupt und unerwartet auftreten. Um diesen Familien schnell und adäquat helfen zu können, sind neben der medizinisch-psychiatrischen Behandlung der betroffenen Elternteile, Angebote für die Kinder immens wichtig. Dies kann von alltagsnahen praktischen Hilfen über Beratungen, bis hin zu speziellen Gruppenangeboten oder Hilfen durch Ehrenamtliche reichen.

In Rheinland-Pfalz gibt es viele solcher wichtigen Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern. Der vorliegende Projekteatlas bündelt diese Angebote und schafft einen Überblick über die unterschiedlichen Hilfsangebote, die es derzeit gibt.

Ombudsstelle für die Kinder- und Jugendhilfe

Seit dem 1.Mai 2017 gibt es in Rheinland-Pfalz eine Beschwerdestelle für die Kinder- und Jugendhilfe. Sie ist bei der Ombudsperson der Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz angesiedelt. Die Ombudsstelle setzt sich für Kinder, Jugendliche und Familien ein, die Konflikte im Feld der Kinder- und Jugendhilfe haben. Sie bezieht sich schwerpunktmäßig auf die folgenden Bereiche:

  • Hilfen zur Erziehung, 
  • Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, 
  • Hilfe für junge Volljährige, 
  • Nachbetreuung nach einer Jugendhilfemaßnahme
  • Hilfen in einer gemeinsamen Wohnform für Mütter/Väter und Kinder sowie 
  • Hilfen im Rahmen der Jugendsozialarbeit. 

Auch Pflegekinder und Pflegeeltern können sich an die Ombudsstelle wenden. Die Hilfe ist unbürokratisch und kostenfrei.

Nähere Informationen erhalten Sie unter: www.diebuergerbeauftragte.rlp.de und hier.

 

Was die Ombudsstelle ist, wie sie arbeitet und wie man sie erreichen kann, ist in diesem kurzen Erklärfilm dargestellt, der mit Jugendlichen aus rheinland-pfälzischen Heimeinrichtungen erarbeitet wurde. 

 

Am 14. September 2018 fand ein erster Fachtag "Ombudschaftliche Strukturen in Rheinland-Pfalz" statt. 
Fachvorträge sowie die Dokumentation finden Sie hier:

Vortrag Frau Prof. Dr. Urban-Stahl, FU Berlin:
Ombudsstellen in der Kinder- und Jugendhilfe / Qualitätsstandards und Entwicklungsperspektiven
 

Vortrag Herr Bernd Hemker, Jugendhilfe NRW:
Ombudschaftliche Strukturen in der Jugendhilfe für junge Menschen und Familien in Flächenländern

Vortrag Frau Prof. Dr. Zeller / Herr Prof. Dr. Sandermann, Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe RLP e. V.:
Ombudsstelle Kinder- und Jugenhilfe RLP e. V. Arbeitsansatz und erste Erfahrungen

Aktuelles / Materialien
Ansprechpartnerinnen

Claudia Porr
Tel.: 06131 - 16 5331

Julia Koch
Tel.: 06131 - 16 2572